HOMI
Homayoun Bozorgmehr, unser Schuster aus der Marheineke-Markthalle, erinnert sich gerne an die 60er der Hippies, da gab es den Rapper „50 Cent“, der sang: Get rich! Das war sein Vorbild. Als HOMI sein Schul-Zeugnis hatte und sich nicht entscheiden konnte, ob er Astronaut oder Fußballweltmeister werden will, verbrachte er viel Zeit mit Freunden auf der Straße, trat als Rapper auf und tippte zu Hiphop-Beats Texte ins Handy, immer 16 Zeilen. Das ist Standard, sonst ist es kein Rap: Du hast nen Dolch im Garten meines Herzens gepflanzt, wie Efeu umschlingt er meinen Hals… In seiner Werkstatt, wo er schleift und Leder aufeinanderpresst, steht ein Ghetto-Blaster.
Keiner sieht oder hört es, wie er zu den Beats die Lippen bewegt und zum Rhythmus der surrenden Maschinen leise 16-Zeiler schmiedet. Eins endet mit: Ich erkenne keinen Sinn, deshalb heb ich ab, um zu sehn wo ich bin… Die Markthalle ist voller 16er…
